

Ortsdaten Wallendorf:
Wallendorf liegt direkt an der luxemburgischen Grenze an den Grenzflüssen Sauer und Our.
Nordoestlich ca.30 km entfernt liegt Bitburg und Suedoestlich ca
40 km Trier.
Geschichte der Gemeinde Wallendorf
Von der geographischen Lage her gesehen war der Zusammenfluß von Sauer
und Our mit den beiden Tälern sowie dem nach zwei Seiten steil abfallenden
Höhenrücken im Mündungswinkel von Sauer und Gaybach geradezu
prädestiniert für eine vielleicht schon sehr frühe Besiedlung
dieses Raumes.
Ob hier der Jäger und Sammler der Altsteinzeit (80 000 bis 10 000 v.
Chr.) bereits seine Streifzüge machte, dafür haben wir keinen direkten
Beweis. Mit größter Wahrscheinlichkeit war jedoch der Mensch der
Mittelsteinzeit (10 000 bis 4000 v. Chr.), der bereits vom Nomadentum zu einer
gewissen Seßhaftigkeit übergegangen war, hier anzutreffen. Dies
kann man aus den Funden mehrerer „Mikrolithen“, leichter und scharfer
Feuersteinwaffen, aus der Wallendorfer „Völkerhöhle“
schließen. Deutlicher sind die Spuren, die der Ackerbauer und Viehzüchter
der Jungsteinzeit (4000 bis 2000 v. Chr.) hinterlassen hat. Die Viehzüchter
kamen von den Küsten Spaniens und Frankreichs. Sie brachten die sogenannte
Glockenbecherkultur zu uns. Pfeilspitzen, Armschutzplatten und glockenförmige
Becher waren die typischen Geräte dieser Kultur. Aus dem böhmischmährischen
Raum kamen die Bauern in unser Gebiet. Zu ihren Geräten gehören
mit breiten Bändern verzierte Vorratstöpfe, durchbohrte Grabhacken
und Grabbeile. Sie sind uns unter dem Namen „Bandkeramiker“ bekannt.
Ein Volksstamm, der aus Thüringen und Sachsen mit den Bewohnern des westlichen
Europa in Verbindung trat, waren die „Schnurkeramiker“. In den
noch weichen Ton ihrer hohen, weitausladenden Becher drückten sie eine
Schnur zur Verzierung ein, welche nach der Erhärtung des Tones entfernt
wurde. Die jungsteinzeitlichen Siedler unseres heimatlichen Gebietes wurden
demnach sowohl von der Kultur der Glockenbecherleute wie auch von derjenigen
der Band- und Schnurkeramiker beeinflußt.
Einer der ergiebigsten Fundplätze für Geräte aus der Jungsteinzeit
ist die Umgebung von Wallendorf. Steinbeile und Schaber aus Feuerstein und
Kieselschiefer, eine wohlerhaltene Lochaxt aus Diabas, ein schleifsteinartiger
rechteckiger Kieselschieferstein mit glattgeschliffenen Breitseiten und viele
andere Steingeräte aus dem Neolithikum stammen aus dem Raume Wallendorf.
Auch für die beiden letzten vorchristlichen Jahrtausende, die Bronze-
und die Eisenzeit, ist die Besiedlung des Wallendorfer Gebietes nachweisbar.
Die Funde aus dieser Epoche sind zwar nur spärlich, wohl weil der jungsteinzeitliche
Kulturstand bis zum Ende der Bronzezeit hier weiterhin dominierte. Immerhin
zeugt für die kontinuierliche Besiedlung des Wallendorfer Raumes auch
während dieser Zeit ein hier gefundenes Bronze- Lappenbeil. Den Namen
der einzelnen Volksstämme, die während der Jungsteinzeit und der
frühen Bronzezeit unser heimisches Land bewohnten, kennen wir nicht.
Wir wissen nur, daß die Siedler der großen Völkerfamilie
der Kelten angehörten, die sich von der atlantischen Küste bis nach
Osteuropa ausbreitete. Erst die römischen Eroberer, die um das Jahr 55
v. Chr. bei uns einfielen, überlieferten uns den Namen des hier ansässigen
Volksstammes. Cäsar nannte ihn seinem Buch „Der Gallische Krieg“
die „Treverer“.
Auf dem eingangs erwähnten Höhenrücken zwischen Our und Sauer
einerseits und dem Gaybach andererseits erbauten, die Römer ein Kastell
(castellum), das wohl dazu dienen sollte, die wichtige Heerstraße, die
von Metz nach Maastricht führte und hier bei Wallendorf die Sauer überquerte,
zu decken. Auf umfangreichem Terrain wurde in den 50er Jahren des vorigen
Jahrhunderts Bauschutt von ausgedehnten Bauwerken ausgegraben. Reste von Ziegel-
und Schiefersteinen wurden zutage gefördert, und ein „Zimmer mit
Betonboden“ wurde freigelegt. Neben Silberschmuck, einem schweren Armring
sowie Fingerring wurden eine ein Fuß hohe „Steinfigur“,
mehrere Götterstatuetten (Terrakotten) und das Kapitell einer toskanischen
Säule gefunden. Eine große Anzahl römischer Münzen, Großerze
des Hadrian und Vespasian sowie Mittel- und Kleinerze der Kaiser Tiberius,
Claudius, Nero, Trajan u. a., die vom Wallendorfer Kastell stammen, befinden
sich im Rheinischen Landesmuseum in Trier (OK Trier-Mettendorf). Aus all diesen
Funden kann man schließen, daß sich innerhalb des Kastells auch
eine bürgerliche Siedlung mit Kultstätte befunden hat. Die Besiedlung
von Wallendorf während der fränkischen Zeit ist belegt durch Gräberfunde
mit Beigaben aus jener Zeit. Besonders hingewiesen sei auf die Funde „In
der Schuppkaul“ und am „Langenberg“.
Ob der Name des Ortes vom römischen „vallis“ = Tal hergeleitet
werden kann oder ob er auf einen reichen Römer namens „Valo“,
der hier Villa besessen haben soll, zurückgeht, kann nicht eindeutig
bewiesen werden. Urkundlich kommt Wallendorf unter dem Namen „Vualcheresdorf“
zum erstenmal in einem Bestätigungsschreiben vom Jahre 1136 für
das Liebfrauenstift in Prüm vor. Später wurde es „Waildorff“
und „Valendorff“ genannt. Bis zur Französischen Revolution
war Wallendorf Hauptort einer Meierei der Grafschaft Vianden. Die Grundherrschaft
besaßen ursprünglich die Herren von Fels in Möstroff (Luxemburg),
die über einen ausgedehnten Waldbesitz verfügten.
Nachdem die Hörigen des während des Napoleonischen Feldzuges verschollenen
Grafen von Möstroff den Besitzstand des großen gräflichen
Waldes nach der Säkularisation abgelehnt hatten, blieb derselbe zunächst
herrenlos. Nach der Neugliederung des Reiches und der damit verbundenen Geltung
der Preußischen Gemeindeordnung wurde der Wald unter die beiden Gemeinden
Wallendorf und Biesdorf aufgeteilt.
Diese Entscheidung wurde jedoch von zwei Einwohnern von Ernzen, Besitzer der
Müllers- und Spatzvogteien, mit noch 24 Vogteibesitzern von Nusbaum,
Freilingen, Halsdorf und Hommerdingen angefochten, die behaupteten, allein
die „Gehöberschaft“ zu bilden und an der Nusbaumer Harth
berechtigt zu sein. Sie gewannen den Prozeß gegen die beteiligten Gemeinden
in erster Instanz 1826, verloren ihn aber 1828 in der zweiten Instanz. (Eifilia
illustrata). Heute bietet dieser Wald viele Gelegenheiten zu den herrlichsten
Wanderungen.
Wallendorf ist heute ein aufstrebender Fremdenverkehrsort.